Rehabilitationspädagogische Zusatzqualifikation - für die Ausbildung von Menschen mit Behinderung (§66 BBiG/§42HwO) - für die Ausbildung von Jugendlichen mit sozialen Anpassungs- und/ oder Lernstörungen

Termin auf Anfrage
 

Zielgruppe

Die Weiterbildung richtet sich an betriebliche und überbetriebliche Ausbilder, die bereits eine Befähigung nach AEVO bzw. eine Qualifikation als Meister o.ä. haben und eine mindestens zweijährige Erfahrung in der Ausbildung nachweisen können.

Lehrgangsziel

Die Integration von Menschen mit Behinderungen in den Regelschulen und in den Betrieben bekommt eine zunehmende gesellschaftliche Bedeutung. Viele Jugendliche aus den Regelschulen zeigen soziale Ausbildungshemmnisse.

Die pädagogischen Kenntnisse, die im Rahmen einer Ausbildereignungs- oder Meisterprüfung erworben wurden, stoßen bei der Ausbildung dieser Jugendlichen oft an ihre Grenzen.

Eine Erweiterung der pädagogischen Komptenzen hilft, betriebliche Konflikte zu reduzieren und eine Ausbildung für alle Beteiligten zum Erfolg werden zu lassen. Dieses Wissen bietet die Chance, einem Mangel an Auszubildenden zu begegnen und einem Fachkäfterückgang vorzubeugen.

Voraussetzungen

Die Weiterbildung umfasst 80 Präsenzstunden und ist in 4 Seminarblöcken unterteilt. Die Seminare finden jeweils von Donnerstagaben- zum Samstagnachmittag statt:

Unterrichtstage:
S1: 06.10.2011 - 08.10.2011
S2: 10.11.2011 - 12.11.2011
S3: 12.01.2012 - 14.01.2012
S4: 16.02.2012 - 18.02.2012

Unterrichtszeiten:
Am Donnerstag: 16:00 Uhr - 19:15 Uhr
Am Freitag: 08:00 Uhr - 15.30 Uhr
Am Samstag: 08:00 Uhr - 15:30 Uhr

Unterrichtsort:
BNW, Kanalstr. 23, 26135 Oldenburg


Kosten der Weiterbildung
Die Seminarkosten inklusive Seminarunterlagen und Verpflegung betragen insgesamt 650,00 €.
Bei privater Buchung kann bei Vorliegen der individuellen Voraussetzung eine 50%ige Unterstützung durch den staatlichen Prämiengutschein beantragt werden. (www.bildungspraemie.info)

Kleine und mittelständische Unternehmen könne die Fortbildung ihrer Mitarbeiter bis zu 90% durch das Förderprogramm IWin beantragen.
(www.iwin-niedersachsen.de)

Es gelten unserer allgemeinen Geschäftsbedingungen

Inhalte

Die in der Weiterbildung vermittelten Inhalte orientieren sich sowohl an den Vorgaben des Berufsbildungsgesetzes als auch an den vielfältigen Anforderungen der Ausbildung junger Menschen mit Behinderung, sozialen Anpassungs- oder Lernstörungen in der betrebliche Praxis.

Fachpersonal, das sich in der Ausbildung dieser Jugendlicher engagiert, benötigt zusätzliche spezifische Kenntnisse, um den besonderen Bedürfnissen der Auszubildenden gerecht werden zu können.

Die thematischen Schwerpunkte entsprechen den folgenden Kompetenzfeldern:

Pädagogik, Didaktik
- Diagnose von Lernstörungen
- Verhaltensbeobachtung in Lernsituation
- Individuelle Förderung, Gestaltung von Förderprozessen, Förderplanung
- Erfahrungslernen am Arbeitsplatz
- Entwicklungsprozesse und mögliche Störungen
- Pädagogik, Didaktik und Unterrichtsmethodik bei Lernbehinderung und Verhaltensstörungen

Rehabilitationskunde
- Problemstellung aus Sicht behinderter Jugendlicher
- Angebot und Leistungen zur beruflichen Rehabiltation

Psychologie
- Lernerfolge, Lerntypen
- Grundzüge der lernorientierten Didaktik
- Das Erlernen motorischer Fertigkeiten, Lernmethoden
- Entstehung von Lernbeeinträchtigungen
- Kommunikative Kompetenz: Vier Seiten einer Nachricht
- Umgang mit veränderten Auszubildenden
- Umgang mit Stress
- Sanktionstreppe bei Fehlverhalten
- Umgang mit Konflikten, Konflikt-Theorien
- Phasen einer Gruppe, Das Unterrichts- Dreieck

Betriebliche Ausbildungspraxis
- Lob, Tadel. angemessene Zielvereinbarungen
- Unterstützungsgespräch, Feedback-Gespräch, Kritikgespräch
- Krisenverarbeitung als Lernprozess
- Beziehungsachsen Ausbilder- Azubi
- Faktoren für die Änderung von Verhalten
- Tipps zum Motivationsaufbau und kontinuierlichem Motivationserhalt
- intrinsische und extrinsische Motivation
- Individuelle Förderung im Unterricht
- Azubizentrierte Unterrichtsmethoden
- Erhöhung der Frustrations- und Fehlertoleranz

Arbeitskunde/Arbeitspädagogik
- Betrachtung konkreter Fallbeispiele aus der täglichen Praxis: Qualifizierende Fallbesprechung

Interdisziplinäre Projektarbeit
- Mögliche Formen der interdisziplinären Projektarbeit im Ausbildungsbereich
- Erarbeitung und Entwicklung von Projektideen und Methoden anhand von Fallbeispielen
- Praktische Übungen

Recht
- Rechtliche Grundlagen zur Rehabiltation (SGB, SGB III, Reha-Angleichungsgesetz, Schwerbehindertengesetz)
- Haftungsfragen aus Sicht von Ausbildern und Trägern- Grundzüge des Betreuungsrechts

Medizin
- Behinderungsarten/ Anforderungen aus arbeitsmedizinischer Sicht

Neben der Vermittlung von rehabilitationspädagogischem Grundlagenwissen, steht die Stärkung ihrer Handlungskompetenz, bei der Ausbildung im Vordergrund der Weiterbildung. Sie werden bereits im Verlauf der Seminare bei der Umsetzungdes neu erworbenen theoretischen Wissens in praktisches Handeln intensiv unterstützt. Sie haben Gelegenheit, konkrete Situationen aus ihrer Ausbildungspraxis zu reflektieren und mögliche Handlungsoptionen zu erproben.